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CDU: "Gesetzliche Maßnahmen killen Praktika"Gesetzliche Maßnahmen für einen verbesserten Schutz von Praktikanten rücken offenbar in weite Ferne. Der in zähen Verhandlungen erzielte Kompromiss zwischen Bundesarbeitsministerium und Bundesbildungsministerium ist nach einem Bericht des "Handelsblatts" geplatzt. "Wir werden nicht mittragen, dass Herr Scholz die Frist, in der Praktikanten im Nachhinein gegen eine zu niedrige Bezahlung klagen können, von zwei Monaten auf drei Jahre ausdehnen will", sagte der Sprecher von Bundesbildungsministerium Annette Schavan (CDU) dem Blatt. "Eine solche Regelung killt Praktika."Seit dem Frühjahr diesen Jahres bemüht sich Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) um die Verbesserung der Praktikanten-Lage in Deutschland. Er stellte folgende gesetzliche Maßnahmen für Praktikanten zur Diskussion: - die Definition des Praktikumsbegriffs im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB). - Festschreibung der Regeln des Berufsbildungsgesetzes (BBiG), dass Praktikanten, die über eine abgeschlossene Ausbildung verfügen, ein Anrecht auf „angemessene“ Vergütung haben, im BGB. - Beweislastumkehr: Im Streitfall soll der Arbeitgeber im Nachhinein beweisen müssen, dass es sich um ein Praktikanten- und nicht um ein Arbeitsverhältnis gehandelt hat. - Ausschlussfristen, nach deren Ablauf Arbeitnehmer ihre Ansprüche nicht mehr geltend machen können, sollen für Praktikanten überhaupt nicht mehr gelten. Zudem: Praktikantenverträge sollen künftig zwingend schriftlich geschlossen werden. Scholz selbst scheint allerdings nicht viel von diesen Regelungen zu halten - zumindest könnte man das aus den Recherchen von SPIEGEL Online schließen: Er lässt seine eigenen Praktikanten nämlich unbezahlt... Update (17.12.08): Im Streitgespräch zu diesem Thema im Deutschlandradio Kultur: Unser Projektleiter Branko Woischwill und Kolja Briedis (Hochschulinformationssystem, HIS).
DIHK: Neue Schutzregeln für "Generation Praktikum" kontraproduktivDie Maßnahmen, die im Gespräch sind, um den angeblich verbreiteten Missbrauch von Praktika einzudämmen, würden vor allem den Praktikanten selbst schaden: Jährlich würden mindestens100.000 Praktikantenstellen für Hochschulabsolventen weniger angeboten werden. Das mag zumindest eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) unter mehr als 1.100 Unternehmen herausgefunden haben. Zur Diskussion stehen derzeit folgende gesetzliche Maßnahmen für Praktikanten: - die Definition des Praktikumsbegriffs im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB). - Festschreibung der Regeln des Berufsbildungsgesetzes (BBiG), dass Praktikanten, die über eine abgeschlossene Ausbildung verfügen, ein Anrecht auf „angemessene“ Vergütung haben, im BGB. - Beweislastumkehr: Im Streitfall soll der Arbeitgeber im Nachhinein beweisen müssen, dass es sich um ein Praktikanten- und nicht um ein Arbeitsverhältnis gehandelt hat. - Ausschlussfristen, nach deren Ablauf Arbeitnehmer ihre Ansprüche nicht mehr geltend machen können, sollen für Praktikanten überhaupt nicht mehr gelten. Zudem: Praktikantenverträge sollen künftig zwingend schriftlich geschlossen werden. Besonders die letzten beiden Punkte stoßen bei Unternehmen sauer auf: Müssten Unternehmen im Streitfall beweisen, dass es sich bei dem absolvierten Praktikum um ein Lernverhältnis und nicht tatsächlich um ein Arbeitsverhältnis gehandelt hat, würden knapp 45 Prozent der Unternehmen keine Praktika und 28 Prozent der Unternehmen weniger Praktika anbieten. Bei einem Wegfall der Ausschlussfristen, nach denen Praktikanten im Nachhinein Ansprüche bei Unternehmen geltend machen können, würden 54 Prozent aller Unternehmen keine Praktikantenstellen für Hochschulabsolventen mehr anbieten. 25 Prozent der Unternehmen würden zumindest weniger Hochschulabsolventen die Chance auf ein Praktikum einräumen. "Auch ich bin natürlich gegen einen Missbrauch von Praktikanten als unbezahlte Arbeitskräfte – im Interesse der Jugendlichen, aber auch eines fairen Wettbewerbs", sagte der DIHK-Präsident. "Doch die geltenden Gesetze sind hier bereits völlig eindeutig und ausreichend. Sollte es Defizite bei Information und Anwendung dieser Regeln geben, muss Politik hier ansetzen – nicht aber mit neuen Gesetzen den jungen Menschen schaden."
Österreich: Studie zur Generation PDer Bund Sozialdemokratischer Akademiker Österreichs hat im Rahmen einer Studie in ganz Wien 1.000 JungakademikerInnen befragt zur Arbeitsmarktsituation befragt. Die Ergebnisse: 49 Prozent sehen Praktika als finanzielle Belastung. 70 Prozent wünschen sich einen Minimallohn für Praktika, 64 Prozent stehen eventuellen kollektivvertraglichen Regelungen positiv gegenüber.Ein Drittel der Befragten bewerten die Situation am Arbeitsmarkt für Universitätsabsolventen als schlecht und 62 der JungakademikerInnen sehen sich von prekären Arbeitsverhältnissen betroffen. Lipinski bemerkte, dass sich während der Befragung gezeigt habe, dass das sogenannte "trainee hopping" immer mehr werde. Firmen würden Jungakademiker im eigenen Unternehmen von traineeship zu traineeship weiterreichen, ohne diese anzustellen. Abgefragt wurde auch, welche Maßnahmen sich die Akademiker gewünscht hätten, um ihnen das Studium zu erleichtern. Um die Situation auf dem Arbeitsmarkt zu erleichtern, wünschen sich 84 Prozent Förderungsmodelle für Unternehmen, die JungakademikerInnen nach der Probezeit eine Anstellung geben und 67 Prozent wünschen sich eine verpflichtende Einführung von Kollektivverträgen für JungakademikerInnen.
Österreich: Justizministerin fordert Praktikumsgesetz"Praktika werden genutzt, um sich der Arbeitskraft von Jungakademikern zu bedienen und sich die gängigen Löhne zu ersparen", betonte die österreichische Justizministerin Maria Berger in einer Pressekonferenz, auf der eine Studie zur sozialen Situation von Jungakademikern vorgestellt worden war.Für Praktika fordert Berger gesetzliche und kollektivvertragliche Regelungen, es müsse eine gewisse soziale Absicherung gewährleistet sein. Darüber hinaus gehe es vor allem um Bewusstseinsbildung bei Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern, bei allen Regelungen zu beachten, welche Auswirkungen diese für PraktikantInnen haben. Berger bedauerte, dass eine "Generation Praktikum" entstanden ist, bereits 50 Prozent aller Universitätsabsolventen würden über Praktika in das Berufsleben einsteigen, 30 Prozent dieser Praktika seien nicht bezahlt. Frauen seien von Praktika stärker betroffen als Männer, vor allem in der Medienbranche, im Wissenschaftsbereich und im Non-Profit-Sektor seien Praktika an der Tagesordnung.
FOCUS: Keine Zeit mehr für PraktikaDank verkürzter Studienzeiten, komprimiertem Lernstoff und 1.500 bis 1.800 Stunden, die pro Jahr für das Campus-Leben draufgehen, bleibt Bachelor-Studenten keine Zeit mehr für Praktika. Das meldete das Nachrichtenmagazin FOCUS am Montag.Ob bei Siemens oder Audi - viele Personaler beklagen gegenüber FOCUS, dass das Zeitbudget von Studenten, die sich für einen Bachelor-Studiengang entschieden haben, schmaler geworden ist. Die Gründe? Neben der Verschulung der Studiengänge nennen Experten u.a. die Umetikettierung: Die Inhalte eines achtsemestrigen Diplomstudiengangs werden teilweise in ein sechssemestriges Bachelor-Studium gepackt. Des Weiteren sind die Klausuren meistens entweder semesterbegleitend oder direkt im Anschluss an das Semester, sodass weniger Zeit bleibt, neben dem Studium zu arbeiten oder in den Semesterferien Praktika zu absolvieren. Inwiefern dieser Trend mit dem Sinn und Zweck des Bachelorstudiengangs vereinbar ist - nämlich der Intention, Studenten früher und anwendungs- bzw. praxisorientierter an das Arbeitsleben heranzuführen? Fraglich.
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