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Initiative "Mittelstand Pro Praktikum" gestartetFaire Spielregeln für Praktika empfiehlt der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW). Mit der Verwendung des Logos "Mittelstand Pro Praktikum" auf ihrer Webseite können mittelständische Unternehmen dokumentieren, dass sie
BVMW-Präsident Mario Ohoven hält es für wichtig und notwendig, dass Universitäten, Studenten und Unternehmen aufeinander zugehen. "Eine praxisnahe akademische Ausbildung ist ein Standortvorteil. Praktika nutzen den Studenten und den Unternehmen, ein späterer Praxisschock wird vermieden. Mit der Initiative 'Mittelstand pro Praktikum' zeigen wir, dass der Mittelstand auch seine zukünftigen Mitarbeiter zu schätzen weiß", so Ohoven weiter.
Praktikanten aller Länder...: Petition an EuropaparlamentDas europäische Praktikantennetzwerk "Generation P", welches von der DGB-Jugend mitbegründet wurde, hat sich im letzten halben Jahr stark vergrößert. Das meldete der Deutsche Gewerkschaftsbund.Mittlerweile gehören dem Netzwerk, welches sich für die Rechte von Praktikanten europaweit einsetzt, sechs Organisationen aus fünf verschiedenen Ländern an; neben Deutschland sind dies Frankreich, Italien, Österreich, Belgien sowie die Praktikanten-Organisation des Europaparlaments (EP) in Brüssel, so der DGB weiter. "Generation P" hat sich deswegen dazu entschlossen, eine Kampagne auf EU-Ebene zu starten. Dazu wird derzeit an einer Petition für das Europaparlament (EP) gearbeitet, die im September beim Jugendkomitee des Europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB) vorgestellt wird. Voraussichtlich im November soll eine Podiumsdiskussion im EP zum Thema „Praktika in Europa“ stattfinden. Diese soll den Startschuss für die Unterzeichnung der Petition geben. Zum nächsten Praktikanten-Aktions-Tag, dem 1. April 2008, soll die Petition zusammen mit den Unterschriften offiziell an einen Vertreter des Europaparlamentes überreicht werden.
Journalistenverbände veröffentlichen PraktikarichtlinienDer Deutsche Journalisten-Verband, die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union in ver.di und die Jugendpresse Deutschland haben am heutigen Freitag gemeinsame Richtlinien für journalistische Praktika veröffentlicht. "An vielen deutschen Universitäten und Fachhochschulen beginnen in diesen Tagen die Semesterferien und damit die Hochsaison für Praktika. Passend dazu formulieren unsere neuen Richtlinien Standards, die aus unserer Sicht jedes journalistische Praktikum erfüllen sollte", kommentierte das Bündnis die Veröffentlichung. Die Medien seien nach wie vor eine besonders praktikaintensive Branche, wie auch aktuelle Studien zeigten. Gemeinsame Standards mehrerer großer Journalistenorganisationen seien daher ein wichtiges Instrument, um dem Praktikantenunwesen und unangemessenen Praktikabedingungen entgegenzutreten. Sie sollen Medienunternehmen wie Praktikanten als Handreichung dienen, wenn es darum geht, Praktikaplätze einzurichten und konkrete Vereinbarungen zu treffen.Die Richtlinien sehen vor, dass jeder Praktikant vor Aufnahme der Tätigkeit einen Vertrag erhält, in dem unter anderem Dauer, Betreuung und eine leistungsgerechte Vergütung des Praktikums sowie Haftungsfragen geklärt werden. Jedem Praktikanten sollte ein qualifizierter Betreuer zur Seite stehen. Darüber hinaus dürfen Praktika aus Sicht der drei beteiligten Verbände nicht länger als sechs Monate dauern. In dieser Zeit sollten Praktikanten mehrere redaktionelle Arbeitsbereiche kennen lernen. Keinesfalls dürfen durch den Einsatz von Praktikanten feste Arbeitsplätze eingespart werden. Die drei Verbände hatten sich im vergangenen Jahr zur Praktikaoffensive im Journalismus zusammengeschlossen. Die Partner der Offensive wollen mit ihrer Arbeit die Qualität der journalistischen Praktika verbessern. "Wir appellieren an die Verlage und Sender, sich die neuen Richtlinien zu Eigen zu machen. Sie würden damit zeigen, dass sie Wert auf eine faire Behandlung des journalistischen Nachwuchses legen und sich von den schwarzen Schafen der Branche distanzieren." Praktikarichtlinien der Praktika-Offensive im Journalismus Präambel Um in den Beruf des Journalisten einzusteigen, werden von jungen Journalisten im Rahmen ihrer Ausbildung Praktika absolviert, die ihnen Einblick in den Beruf, Erfahrungen in der journalistischen Arbeit und Kontakte vermitteln. Die Partner der „Praktika-Offensive“ wollen mit ihrer Arbeit in Selbstverpflichtung die Qualität der journalistischen Praktika verbessern, Standards als Empfehlungen für Praktikanten und Praktika-Betreuer vorlegen und auf deren Umsetzung hinwirken. Dazu haben sich die Partner der „Praktika-Offensive“ auf folgende Punkte geeinigt: 1. Vor Beginn des Praktikums wird ein Vertrag geschlossen, in dem folgende Punkte geregelt sind: Dauer, Lernziele des Praktikums, Betreuer/in, Vergütung, Zugriff auf einen Arbeitsplatz, Arbeitszeit und Urlaub, Krankheitsregelungen, Haftung und Urheberrecht. 2. Mit Beginn des Praktikums wird der/die Praktikant/in über seine/ihre Rechte (bspw. Zuständigkeiten des Betriebs- oder Personalrates, Arbeits- und Ruhezeiten) und Pflichten (bspw. Verschwiegenheit, Weisungsgebundenheit) informiert. 3. Der/Die Praktikant/in soll eine leistungsgerechte Vergütung erhalten. Journalistische Beiträge werden vergütet. Ausnahmen von dieser Regelung stellen Pflichtpraktika in der Schulzeit dar. 4. Das Praktikum dauert maximal sechs Monate. 5. Der/Die Praktikant/in erhält eine fundierte Einführung und lernt im Laufe seines/ihres Praktikums mehrere redaktionelle Aufgabenbereiche kennen. 6. Dem/der Praktikant/in steht ein/e qualifizierte/r Betreuer/in zur Seite, der grundlegende Informationen zur Verfügung stellt, Anregungen und Feedback zur Arbeit gibt und ihn/sie nach Halbzeit in einem persönlichen Gespräch beurteilt. 7. Der Einsatz von Praktikanten darf nicht dazu führen, dass Voll- oder Teilzeitstellen eingespart werden. Im Vordergrund des Praktikums stehen die Begleitung der redaktionellen Tätigkeit und dadurch der Erwerb praktischer Kenntnisse und Erfahrungen. 8. Praktikanten werden nicht mit der vagen Aussicht auf ein anschließendes Mitarbeiter-Verhältnis angelockt. 9. Nach Abschluss des Praktikums hat der/die Praktikant/in Anspruch auf ein qualifiziertes Zeugnis, das von dem/der Betreuer/in und/oder der Geschäftsführung/der Personalleitung unterschrieben ist. Das Zeugnis muss Angaben über Art, Dauer, Inhalte und Ziele des Praktikums sowie über die erworbenen Fertigkeiten und Kenntnisse des/der Praktikant/in enthalten. Auf Verlangen des/der Praktikant/in sind auch Angaben über besondere fachliche Qualifikationen aufzunehmen.
Warum jetzt eine schreckliche Zeit ist, um jung zu sein?Das fragt die amerikanische Buchautorin Anja Kamenetz die Leser ihres Buches "Generation Debt" (z.dt.: "Generation Schulden"). Klappt man das Buch auf, hat man schnell die Antwort:Betrachtet man die wirtschaftliche Wirklichkeit der heute 20- bis 30-Jährigen, so die 24-jährige Kamenetz, "sei es nicht übetrieben, zu sagen, dass unser Land seine Kinder aufgibt." Der durchschnittliche amerikanische Student sehe sich am Ende seines Studiums einem Schuldenberg von mindestens 20.000 US-Dollar gegenüber - den hohen Studiengebühren sei Dank. Gleichzeitig stiegen die Lebenshaltungskosten und die Anzahl gut bezahlter Jobs für Akademiker sinke. Sie selbst, Akademikerin und freie Journalistin, weiß das am besten: Als Freie zu überleben sei nicht einfach. Die "Generation Praktikum" ist in den Vereinigten Staaten von Amerika angekommen. Ein eigenes Blog gibt es auch schon. In Deutschland wird inzwischen Kritik geübt an Initiativen, die gegen das Phänomen Praktikumsmühle kämpfen: Im Theaterstück "Tod eines Praktikanten" kritisiert Regisseur René Pollesch: "Die anderen brauchen vielleicht niemanden, der für sie redet. Es wird immer vor allem so getan, als hätten die keine Sprache, und dann kommt die Repräsentation ins Spiel. Die haben aber eine Sprache, die ist nur nicht weiss, heterosexuell, männlich und Mittelstand und wird als die geeignetere immer verleugnet. Es ist wie Donna Haraway sagt, über den Regenwald können anscheinend nur Greenpeace und europäische und amerikanische Wissenschaftler reden, aber nicht die, die im Regenwald leben."
Art Directors Club: Garantieheft für PraktikantenNachdem der Art Directors Club bereits ein Regelwerk für eine faire Behandlung von Praktikanten verfasst hatte, startet jetzt eine sehr lobenswerte Initiative, die schon länger geplant war: Das Praktikanten-Garantieheft für ein lehrreiches Mindestprogramm während des Praktikums.Auf der Webseite des ADC heißt es dazu: "Mit den zwölf beigefügten Gutscheinen (...) soll z.B. jedem Praktikanten ein Mentor zur Seite stehen; die Einbindung in ein konkretes Projekt oder die Teilnahme an einem Briefing sollen dem Praktikanten ermöglichen, den Tagesablauf in einer Agentur zu verstehen und aktiv mitzuarbeiten. Ein monatliches Mindestgehalt von 350 Euro gehören ebenso zum Programm wie eine aussagekräftige Beurteilung am Ende der kreativen Schnupperzeit." Viele namhafte Agenturen haben sich bereits der Initiative des ADC angeschlossen. Die Unternehmen sorgen mit ihrem Engagement für besseren Nachwuchs und bessere Kreativleistung und obendrein für gut gelaunte Praktikanten.
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