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Österreich: Studie zur Generation P

Der Bund Sozialdemokratischer Akademiker Österreichs hat im Rahmen einer Studie in ganz Wien 1.000 JungakademikerInnen befragt zur Arbeitsmarktsituation befragt. Die Ergebnisse: 49 Prozent sehen Praktika als finanzielle Belastung. 70 Prozent wünschen sich einen Minimallohn für Praktika, 64 Prozent stehen eventuellen kollektivvertraglichen Regelungen positiv gegenüber.
Ein Drittel der Befragten bewerten die Situation am Arbeitsmarkt für Universitätsabsolventen als schlecht und 62 der JungakademikerInnen sehen sich von prekären Arbeitsverhältnissen betroffen. Lipinski bemerkte, dass sich während
der Befragung gezeigt habe, dass das sogenannte "trainee hopping" immer mehr werde. Firmen würden Jungakademiker im eigenen Unternehmen von traineeship zu traineeship weiterreichen, ohne diese anzustellen.

Abgefragt wurde auch, welche Maßnahmen sich die Akademiker gewünscht hätten, um ihnen das Studium zu erleichtern. Um die
Situation auf dem Arbeitsmarkt zu erleichtern, wünschen sich 84 Prozent Förderungsmodelle für Unternehmen, die JungakademikerInnen nach der Probezeit eine Anstellung geben und 67 Prozent wünschen sich eine verpflichtende Einführung von Kollektivverträgen für JungakademikerInnen.


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Österreich: Praktikantengesetz gefordert

Die österreichische Generation Praktikum darf auf ein Praktikantengesetz hoffen. In einem Entschließungsantrag fordern die österreichischen Grünen ein PraktikantInnenausbildungsgesetz. Das berichtet die Tagesezeitung "Der Standard".
Für Praktika sehen die Grünen in ihrem Antrag eine maximale Dauer von drei, in Ausnahmefällen von sechs Monaten vor. Ein Mindestlohn wird gefordert. Um sicherzustellen, dass im Praktikum die Ausbildung im Vordergrund steht, soll eine Betreuung durch eine verantwortliche Person im Unternehmen sowie eine öffentliche Dokumentation des Praktikumsverlaufes vorgeschrieben werden, so "Der Standard" weiter.

Der Entschließungsantrag könne im entsprechenden Ausschuß des Parlaments im Herbst behandelt werden. Die Befürchtung, dass durch einen Mindestlohn die Anzahl der ausgeschriebenen Praktika drastisch sinken, scheint nicht zu existieren.


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Großbritannien: Welcome to the "generation of interns"!

Firmen in Großbritannien haben hervorragend ausgebildete Studenten als Billigarbeitskräfte entdeckt und setzen sie vermehrt als unterbezahlte Praktikanten ein. Das berichtete "The Economist". Banken, Ingenieursbüros und vor allem Unternehmen aus "glamourösen" Branchen, wie der Medien- und Marketingwelt, neigten dazu, Praktikanten auszubeuten. Der "Economist" zitiert den Vertreter einer Werbeagentur: "Wenn man ein klein wenig skrupellos ist, kann man Praktikanten dazu bringen, Berge von Arbeit umsonst zu erledigen, ohne ihnen dabei großartig was beibringen zu müssen. Große Agenturen können ohne Praktikanten teilweise gar nicht mehr überleben".


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EU-Kommission will Qualitäts-Charta für Praktika veröffentlichen

Mit einer Qualitäts-Charta für Praktika will die EU-Kommission die Probleme der Generation Praktikum, allen voran die Ausbeutung als Billigarbeitskräfte, bekämpfen. Wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Pressemitteilung zum Thema Jugendarbeitslosigkeit hervorgeht, soll die Charta, als eine Art Verhaltenskodex für Unternehmen, bis 2008 von der EU-Kommission entwickelt werden. EU-Sozialkommissar Vladimir Spidla sagte am Mittwoch gegenüber der Associated Press: "Einige junge Leute müssen trotz abgeschlossenen Studiums ein Praktikum nach dem anderen absolvieren, ohne jemals die Chance auf eine Festanstellung zu erhalten - und das teilweise sogar ohne Bezahlung. Das ist skandalös."
Update (11.09.07): Telepolis schreibt dazu.


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Schweiz: Keine Generation Praktikum?

Bei den schweizer Universitätsabsolventen hat sich seit den 1990er-Jahren angeblich keine "Generation Praktikum" entwickelt. Das ist das Ergebnis der Studie "Generation Praktikum - Mythos oder Realität?" des schweizerischen Bundesamtes für Statistik.

Die Entwicklung der Praktikantenquote zum Zeitpunkt ein Jahr nach Studienabschluss lässt über die letzten 15 Jahre keinen Trend erkennen. Wie eine Untersuchung der Hochschulabsolventenbefragungen des schweizerischen Bundesamtes für Statistik zeigt, schwanken die Anteilswerte bei den erwerbstätigen Universitätsabsolventen im Beobachtungszeitraum zwischen 1991 und 2005 zwischen 11 Prozent und 15 Prozent. Indessen lagen diese Werte bei den Fachhochschulabsolventen stets unterhalb der 5 Prozentmarke. Die Praktikantenanteile der Frauen liegen im Durchschnitt 4,7 Prozentpunkte über denjenigen der Männer.
Im Vergleich zu den Universitätsabsolventen haben sich die Praktikantenanteile bei den Fachhochschuldiplomierten seit 2001 auf einem relativ tiefen Niveau eingependelt und sind seither nicht mehr über die 2 Prozentmarke gestiegen. Praktikum ist jedoch nicht gleich Praktikum, da die Praktikumsphase bei einzelnen Fachbereichen ein integrierter Bestandteil einer weiterführenden Ausbildung ist. Dies gilt vor allem für die Rechtswissenschaften. Betrachtet man die Praktikantenanteile bei den Universitätsabsolventen ohne Rechtswissenschaften, reduzieren sich die Werte pro Prüfungsjahrgang um beinahe die Hälfte und liegen zwischen 5,7 Prozent und 8,1 Prozent.

Praktikum – ein Phänomen ausgewählter Fachbereiche
Das Praktikum scheint vor allem ein Phänomen ausgewählter Fachbereiche zu sein: Die Absolventen der Geistes- und Sozialwissenschaften absolvieren neben denjenigen der Rechtswissenschaften überdurchschnittlich häufig ein Praktikum als Berufseinstiegsalternative. Während die hohen Praktikantenraten bei den Rechtswissenschaftlern nicht als Einstiegsschwierigkeit interpretiert werden können, sind die relativ hohen Anteile unter den Geistes- und Sozialwissenschaftlern ein Zeichen eines mit
Schwierigkeiten verbundenen Berufseinstiegs: Absolvierten 1995 15 Prozent der Geistes- und Sozialwissenschaftler zu Beginn ihrer beruflichen Karriere ein Praktikum, ist die Tendenz nach einem geringfügigen Rückgang nach zehn Jahren wieder steigend und verharrte 2005 bei 14 Prozent.

Praktikum – zusätzliche Ausbildung oder Jobben?
Praktika sollen praktische Erfahrungen im künftigen Beruf vermitteln und zeitlich begrenzt sein. Im Schnitt dauert ein Praktikum 5 Monate. Der weit überwiegende Teil der Praktikanten sieht sein Praktikum als zusätzliche Ausbildungs- oder Durchgangsstation mit Entwicklungs- und Aufstiegschancen. In der Befragung 2005 war dies für 84 Prozent der Praktikanten der Fall. Lediglich 6,4 Prozent beschrieben ihr Praktikum als ein «Jobben», das in keinem Zusammenhang zu den längerfristigen Berufszielen steht.

Praktikumsschleife – Mythos oder Realität?
Angaben zur Berufseinstiegsbiographie im ersten Jahr nach Studienabschluss ermöglichen es, der Frage nachzugehen, wie viele Praktika die Absolventen bestreiten und ob sie allenfalls in einer Praktikumsschleife hängen bleiben. Wie die Befunde zeigen, scheint diese Gefahr in der Schweiz nicht zu bestehen. Der grösste Teil der Absolventen mit Praktikumserfahrung (84 %) hat bis ein Jahr nach Studienabschluss lediglich ein Praktikum hinter sich. 13 Prozent machten bis zum Befragungszeitpunkt zwei Praktika. Dabei scheint ein Zusammenhang zu bestehen zwischen der Anzahl realisierter Praktika und den bekundetenSchwierigkeiten, eine passende Stelle zu finden. 61 Prozent der Absolventen mit einem Praktikum geben an, bei der Stellensuche auf Schwierigkeiten gestossen zu sein. Bei denjenigen mit zwei Praktika sind 65 Prozent der Meinung, dass der Einstieg in den Arbeitsmarkt mit Schwierigkeiten verbunden war. Im Vergleich verlief bei 39 Prozent der Absolventen ohne Praktikum der Einstieg in den Arbeitsmarkt nicht so reibungslos, wie sie sich das gewünscht hätten.
Update (29.08.07): Rahel Imobersteg, Kandidatin für den Vorsitz der Schweizer JUSOs, äußert dazu gegenüber dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB): "Die Praktika-Angebote bei Stellenbörsen explodieren geradezu. Da kommt es immer öfter vor, dass reguläre Stellen durch Praktikanten ersetzt werden. Die Akademiker-Arbeitslosigkeit sinkt zwar; junge Absolventen nehmen aber auch öfter mehr Praktika an um der Erwerbslosigkeit zu entfliehen". Außerdem sei der Befragungszeitraum der Studie anzuzweifeln (Absolventenjahrgänge 1991-2005), da das Phänomen "Generation Praktikum" insgesamt und besonders in der Schweiz sehr neu wäre: "In der Schweiz diskutieren wir darüber seit einem, maximal anderthalb Jahren" sagte Imobersteg gegenüber dem DGB.

Vergleich: Deutschland und Österreich
In Österreich absolvieren mehr als die Hälfte (59%) der Hochschulabsolventen nach Ausbildungsende ein oder mehrere Praktika (42% absolvieren ein Praktikum; 14% sogar zwei und 3% weitere). Das ergab eine Studie, durchgeführt von der Plattform Generation Praktikum. Ausgewertet wurden 288 Online-Fragebögen, ausgefüllt von Studentinnen und Studenten verschiedenster Fachrichtungen. Zum Vergleich: Die deutsche DGB-Studie hat festgestellt, dass 37 Prozent der HochschulabsolventInnen ein
Praktikum und mehr absolvieren.

Die Entlohnung der Praktika erweist sich in Österreich zu einem Drittel als unbezahlt, insgesamt 40% verdienten zwischen 100 und 700 Euro/Monat, ein Viertel verdiente mehr als 700 Euro im Monat.

Die HISBUS-Studie hat auf Deutschland bezogen festgestellt, dass Praktika während des Studiums zu 68% nicht vergütet werden.

Österreichische Praktikanten, die ohne Entgelt im Praktikum arbeiten, benötigen im Großteil der Fälle finanzielle Unterstützung. 81% der Praktikanten wurden von der Familie unterstützt, 53% erhielten Beihilfen, 50% griffen auf ihr Erspartes zurück, sowie zu 25% waren neben dem Praktikum noch erwerbstätig.

Ein ähnliches Bild in Deutschland: Fast zwei Drittel (61%) der Absolventen, die nach dem Studium ein Praktikum absolvierten, gaben an, in dieser Phase finanziell von den Eltern unterstützt worden zu sein. Die nächst häufige Finanzierungsquelle stellen Aushilfs- bzw. Gelegenheitsjobs dar, die neben dem Praktikum gemacht werden (39%). 31 Prozent der Absolventen griffen des weiteren in diesen Phasen auf eigene Ersparnisse zurück.

Im Durchschnitt dauert ein Praktikum in Österreich zwischen zwei und drei Monaten. Über ein Drittel der Praktika dauert nur ein Monat, ein Fünftel der Praktika dauert länger als vier Monate. Bis zum vierten Praktikum steigt die Dauer der Praktika tendenziell an, und sinkt ab dem fünften Praktikum wieder ab.

Die repräsentative HIS-Studie hat untersucht, dass etwa die Hälfte der Absolventen-Praktika zwischen ein und drei Monaten dauert. Plichtpraktika dürften insgesamt länger dauern als reguläre freiwillige Praktika.


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