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Geschickt gestrickt – Erfolgsturbo Netzwerk?

Ein Netzwerk aus Kontakten aufzubauen ist eines von mehreren Zielen, die du während deines Praktikums zu erreichen versuchst. Denn Vitamin B ist sehr wichtig: Allheilmittel oder gar Wunderwaffe, fast nichts wird derzeit so hoch gehandelt, wie Networking. Ob mehr Erfolg im Job, gefüllte Auftragsbücher und sogar gegen drohende Arbeitslosigkeit – wer nur richtig vernetzt ist, kommt scheinbar leichter voran. In zahllosen Artikeln und Büchern über die moderne Kontaktpflege hört sich das meist auch ganz einfach an: Ein bisschen Small Talk, vielleicht noch eine kleine Einladung, kurz jemanden um Hilfe bitten und schon hat man den wichtigen Kontakt, der alle Probleme – fast von selbst – löst.
Online-Netzwerke wollen sogar ganz auf persönliche Kontakte verzichten, denn beruflich interessante Leute kann man heute auch bequem im Internet kennen lernen. Ein gutes Netzwerk scheint derzeit alles zu ersetzen. Wie immer im Leben, sieht die Wirklichkeit etwas anders aus. Jeder PR-Profi wird aus Erfahrung wissen, dass selbst ein umfangreicher Verteiler nicht allein zum Erfolg führt. Der amerikanische Automobil-Manager Lee Iacocca wusste beispielsweise, dass Business nichts anderes als ein Knäuel menschlicher Beziehungen sei, aber dennoch wurde er von Henry Ford II gefeuert wegen mangelnder rhetorischer Fähigkeiten. Erst nachdem er bei Dale Carnegie entsprechende Kurse belegte, avancierte er zum erfolgreichen Sanierer des totgesagten Ford-Rivalen Chrysler und überflügelte seine alte Firma.
Was macht erfolgreiche Netzwerker also erfolgreich? Und kann jeder erfolgreich netzwerken? Die Kunst des Networking besteht in der strategischen Aufgabe, dieses Beziehungsknäuel kunstvoll zu entwirren, Beziehungen aufzubauen, zu unterstützen und langfristig zu pflegen. Um Job- und Businessmöglichkeiten effektiv gestalten zu können, sind auch heute noch wichtige Schlüsselqualifikationen erforderlich. Oder anders gesagt: Ein Kontakt allein bringt noch lange keinen Auftrag!

Ohne Sympathie kein Kontakt

Mit Menschen, die man gerne mag, arbeitet man bekanntlich auch lieber zusammen und hilft ihnen eher bei ihren Anliegen. Ob dir zunächst einmal der Zugang zu anderen gelingt, sei es beruflich oder privat, hängt davon ab, ob du sympathisch wirkst. Der so genannte „erste Eindruck“ entscheidet bei zwei Gesprächspartnern innerhalb von wenigen Sekunden über Sympathie oder Antipathie. Das gilt sicher auch für die viel beschworenen Onlinenetzwerke, bei denen eingestellte Profile, Bilder und wenige Textzeilen oder E-Mails sehr schnell über das gegenseitige Interesse entscheiden. Doch wie können Sympathien mobilisiert werden? Zu Sympathiegefühlen bei deinem Gegenüber kommt es immer dann, wenn du bei ihm den (ersten) Eindruck und die Hoffnung erweckst, einen Beitrag zu seiner Bedürfnisbefriedigung (z. B. Aufmerksamkeit, Kontakte, Zuwendung, Erfolg) zu leisten. Sympathie fördernd ist ferner, wenn sich dein Gegenüber dabei mit dir identifizieren kann. Neben Äußerlichkeiten können biografische Gemeinsamkeiten helfen, denn es geht um die gemeinsamen Werte-Welten (z. B. frühere Wohnorte, Ausbildung, gemeinsam Bekannte, Freunde, Hobbys, Interessen, Engagements etc.). Auch verbale Kommunikation (Sprache, Sprechweise) und nonverbale Äußerungen (Körpersprache, Aussehen, Auftreten, Kleidung) sind Faktoren, die Sympathie oder Antipathie entstehen lassen.

Soft Skills - Baustoff für neue Kontakte

Soziale Kompetenz und die Fähigkeit, überzeugend zu kommunizieren, sind weitere elementare Schlüsselfaktoren, die ein guter Netzwerker besitzen sollte. Um mit Menschen intelligent umgehen zu können, sind diese Eigenschaften unverzichtbar. Erfolgreiche Networker benötigen außerdem ein stabiles Selbstbewusstsein und überdurchschnittliche Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit, um per nettem Small Talk und weiterführenden Gesprächen Beziehungen erst einmal herstellen und anschließend mit Leben füllen zu können. Wer gleich mit der Tür ins Haus fällt oder auf schnelle und einseitige Vorteile abzielt, wird lernen müssen, dass Netzwerke nur mit Strategie und auf Gegenseitigkeit funktionieren. Wer die Kontaktvielfalt seines Netzwerkes ausschöpfen will und gar auf Multiplikationseffekte setzt, braucht eine gute Portion Organisationstalent und Selbstmanagement, um die geknüpften und neu entstehenden Kontakte dauerhaft pflegen und „bedienen“ zu können.

Vom Netz erwürgt - die Fallen der Gefälligkeiten

Das Grundprinzip des Networking ist die Balance zischen Geben und Nehmen. Wer viele Kontakte knüpft und für sich in Anspruch nimmt, wird früher oder später auch in Anspruch genommen werden – eine Hand wäscht bekanntlich die andere. Dabei kann aber schnell die Gefahr entstehen, so manche Gefälligkeit leisten zu müssen, um A den Dienst zu erweisen, den B erbracht hat, damit man von C den gewünschten Vorteil erlangt. Ein gesundes und ausgewogenes Netzwerk sollte daher ohne Abhängigkeiten und unbewussten Druck bestehen können, sonst bricht es unter der Last der Verstrickungen vorschnell wieder zusammen. Dann arbeitet man unter Umständen mehr für das Netzwerk als für seinen Chef oder sich selbst. Das lässt sich vermeiden, in dem Sie Kontakte nicht als Pflichtprogramm betrachten und weder sich noch andere zu sehr verpflichten.

Lernen, Netze zu werken

Networking ist, wie das Erlernen vieler anderer Fertigkeiten auch, mit harter Arbeit und permanentem Üben verbunden. Ein gutes Netzwerk muss allerdings erst einmal aufgebaut werden. Das verlangt viel Kommunikation, Ausdauer – und damit auch Zeit. Vor allem: Es zahlt sich nicht immer sofort aus. Es sollte daher vorhanden sein, bevor Sie tatsächlich darauf zurückgreifen. Kaum etwas ist beim Networking so erfolglos, wie der Druck: „Du, ich brauch mal schnell….“ Auch hier gilt, dass Gut Ding Weile haben will. Der gesunde Aufbau wird Ihnen nur gelingen, wenn es zu Ihnen, zu Ihrer Person und Ihrer Lebenssituation passt. Schüchternen Menschen oder Kommunikationsmuffeln fällt es in der Regel naturgemäß schwerer, ständig und manchmal ohne konkreten Anlass zu kommunizieren, in Kontakt zu bleiben und damit das Netzwerk in Schwung zu halten. Austausch, Information und Präsenz sind goldene Regeln für Netzwerkstrategen. Denn nur durch gegenseitige Interaktion funktioniert ein Netzwerk und sichert für alle Beteiligten den gewünschten Nutzen.
Sind also nur geborene Small Talker und Rhetorikgenies zum Networken geeignet? Ein klares Nein, denn die erforderlichen Soft Skills, also Türöffner und Brennstoff des Networking lassen sich sehr wohl trainieren, um seine Netzwerkintelligenz stetig zu verbessern. Lee Iacocca gilt heute übrigens als erfolgreicher Netzwerker und erstklassiger Rhetoriker.
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Soft Skill-Turbo Praktikum

Sie gelten mittlerweile als das Zünglein an der Waage im Bewerbungsprozess und spielen ganz besonders beim ersten Kontakt per Telefon und im Vorstellungsgespräch eine entscheidende Rolle: Soft Skills. Die Zeiten, in denen der reine Fachmann gefragt war – egal ob mürrisch und kauzig – sind schon lange vorbei. Was immer mehr zählt, sind das Team und die eigene Persönlichkeit. Soft Skills sind das Schmieröl für eine gute Zusammenarbeit – nach innen und außen. Das englische Synonym für den deutschen Begriff der sozialen Kompetenz schwirrt durch Personalabteilungen und Medienredaktionen. Begriffe wie Teamorientierung, Kommunikationsfähigkeit oder Flexibilität sind aus den Stellenanzeigen der Unternehmen nicht mehr weg zu denken.
Was sich hinter den wohlklingenden Begriffen jedoch wirklich verbirgt, wissen die wenigsten. Entscheidend sind diese Persönlichkeitseigenschaften besonders dann, wenn der Arbeitgeber aus mehreren gleichqualifizierten Bewerbern auswählen kann, sich aber für den Bewerber mit der für sein Unternehmen idealen Persönlichkeitsstruktur entscheiden will. Da jedes Unternehmen letztlich ein soziales Gefüge darstellt, ist das Zusammenspiel der einzelnen, der kreative wie störungsfreie Arbeitsablauf ein immer wichtigerer Faktor für Unternehmenserfolg. Kein Wunder, wenn Personalentscheider zunehmend nach dem Vorhandensein solcher Merkmale ihre Personalentscheidung ausrichten. Wir klären dich anhand von vier Beispielen auf.

Teamorientierung

Dieses Schlagwort der Personalabteilungen hat das alte Schlagwort der Teamfähigkeit abgelöst. Dahinter steckt die zunehmende Aufwertung der Teamarbeit in modernen Unternehmen. Als teamorientiert gilt, wer nicht nur effektiv im Team arbeiten kann, sondern seine ganze Denk- und Arbeitsweise am Teamgeist, am Miteinander mit den Kollegen ausrichtet. - Alle für einen und einer für alle. Einzelkämpfer, die ungern Lösungen gemeinsam entwickeln oder sich unendlich schwer tun, Aufgaben im Zusammenspiel mit anderen zu bewältigen, sind out. Denn Teamorientierung ist eine Schlüsselqualifikation, die inzwischen fast überall eingefordert wird. Und das gilt auch für solche Bereiche, in denen nicht unbedingt tatsächlich in der Gruppe zusammengearbeitet wird. Doch Vorsicht: Nicht selten verbirgt sich hinter diesem Schlagwort eine Tendenz zum Gruppenzwang. Wer beim kollektiven Spargelessen fehlt, weil er lieber mit Freunden als mit Kollegen ausgeht, wird leicht als Verräter am gemeinsamen Unternehmen abgestempelt.

Kommunikationsfähigkeit

In vielen Unternehmen wird pausenlos telefoniert, in Meetings gesessen oder mit den Kollegen gesprochen. Und trotzdem kommt es ständig zu fehlenden Informationen, unklaren Aussagen oder Arbeitsanweisungen, zu Missverständnissen und Fehlinterpretationen, die allen das Leben schwer machen und die Arbeit behindern. Und nicht nur das: durch falsche Kommunikation entstehen Fehler und die kosten Zeit und Geld. Deshalb steht auch die Kommunikationsfähigkeit ganz oben auf der Hitliste der am häufigsten geforderten Soft Skills.
Wer kommunikationsfähig ist, kann Botschaften klar und deutlich formulieren. Das heißt, er oder sie macht es dem Gegenüber einfach, die Message auch richtig zu verstehen. Noch vielmehr bedeutet Kommunikationsfähigkeit jedoch, Botschaften anderer richtig zu interpretieren. Dazu gehört nicht nur die Fähigkeit, gut zuzuhören, sondern auch alle anderen Signale wie Mimik, Gestik und Körperhaltung zu entschlüsseln und entsprechend darauf zu reagieren. Als kommunikationsfähig erweist sich am Ende derjenige, der mit anderen "gut kann".
Häufig verbinden viele und so mancher Personaler oder Kollege mit Kommunikationsfähigkeit immer noch die simple Gabe, viel zu reden. Du solltest diese Fähigkeit im Bewerbungsanschreiben und im Vorstellungsgespräch nicht allzu deutlich „wortgewaltig“ darstellen, sondern die Eigenschaft, zielgerichtet und störungsfrei miteinander kommunizieren zu können und mit Menschen gut zurecht zu kommen in den Vordergrund stellen.

Organisationsfähigkeit

Organisationsfähigkeit ist die Gabe, Termine und Arbeitsabläufe so zu planen und zu ordnen, dass die eigene Arbeitskraft möglichst optimal genutzt wird. Das heißt Ablagesysteme, Akten und Desktop sind gut strukturiert, alle nötigen Unterlagen immer im Handumdrehen griffbereit. Organisationstalente setzen Prioritäten. Das Wichtige wird zuerst erledigt. Unwichtige Arbeiten stehen hinten an. So vermeidest du es, mit unwesentlichen Dingen Ihre Zeit zu vergeuden.
Natürlich sind die zu beneiden, die die Kunst der perfekten Organisation beherrschen. Doch häufig verbirgt sich dahinter der Anspruch des Arbeitgebers, dass sich der anschwellende Berg der noch zu bearbeitenden Unterlagen auch ohne Überstunden gut bewältigen lässt. Klappt das nicht, fehlt es beim Mitarbeiter an der richtigen Organisation und Effizienz. Doch vergiss nicht: Wenn du viel Arbeit gut organisierst, liegt auf deinem Schreibtisch letztendlich immer noch viel - gut organisierte - Arbeit.

Flexibilität

Geistige Beweglichkeit wird heute an fast allen Arbeitsplätzen eingefordert. Denn die rasche technische Entwicklung und die konstante Veränderung von Märkten verlangen ein hohes Maß an Anpassungsvermögen von Unternehmen und Arbeitnehmern.
Flexibel ist, wer "beweglich" reagiert, das heißt, wer sich immer wieder neuen Gegebenheiten anpassen und neue Herausforderungen meistern kann. Dahinter verbirgt sich nichts als die Bereitschaft, ständig Neues (kennen) zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Das gilt für das Erlernen eines Computer-Programms genauso wie für das Einarbeiten in einen neuen Aufgabenbereich.
Doch die viel beschworene Flexibilität hat auch ihre Schattenseiten. Der Begriff wird zur beschönigenden Formulierung, wenn Vorgesetzte von ihren Mitarbeiter nonstop Einsatz und Bereitschaft zu Überstunden verlangen. Wird diese Fähigkeit im Stellenangebot besonders herausgestrichen, heißt das, dass Sie an diesem Arbeitsplatz gute Nerven brauchen.
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Erste Anregungen zum zweiten Gespräch

Das erste Vorstellungsgespräch für eine Stelle ist erfolgreich gemeistert und es kommt die Einladung zum zweiten Gespräch? Auf was hier geachtet werden muss, weiss Gerhard Winkler von jova-nova.com.

1. Andere Leute, gleiche Fragen
Beim ersten Gespräch haben Sie offensichtlich Ihre Agenda voll und ganz durchgebracht - schließlich wussten Sie zu überzeugen! Wappnen Sie sich jetzt dafür, dass Sie auch in der zweiten Runde mit anderen Gesprächspartnern die selbe Informations- und Überzeugungsarbeit erneut leisten. Ob Sie allein mit dem Leiter des Ganzen sprechen oder ob Sie einen mit Bereichs- und Abteilungsleitern gespickten Parcours durchwandern: Jeder Gesprächspartner soll von Ihnen überzeugt, gewonnen und eingenommen werden. Was genau soll jeder Interviewer von Ihnen unbedingt erfahren? Was wollen Sie von ihm wissen?

2. Verstehen, dann vorschlagen
Versuchen Sie zunächst, den Unternehmensbereich zu verstehen und ziehen Sie erst dann die Verbindung zwischen der Abteilung und Ihrer Arbeit, wenn Sie ihn sehen. Hören Sie zuerst zu, worin man die gemeinsamen Aufgaben sieht und wie man sich die Kooperation vorstellt. Ihre aus der Hüfte geschossenen Ad-Hoc-Vorschläge verfehlen oft das Ziel oder sie treffen eine Person, die vor dem avisierten Ziel steht. Ihr erster Job beim zweiten Gespräch ist immer Zuhören, Verarbeiten, Verstehen. Fordert man Sie auf, sich zu präsentieren, dann bleiben Sie auf dem sicheren Grund Ihrer Leistungen und Erfolge.

3. Je mehr Interviewer, desto mehr Zweifler
Sofern Sie merken, dass Sie in einem Eins-zu-Eins-Gespräch überhaupt nicht ankommen, reiben Sie sich in der Überzeugungsarbeit nicht auf. Ihre Aufgabe ist nicht, es jedem Einzelnen recht zu machen. Keiner darf aber echte Argumente dafür aufspüren, dass Sie es fachlich nicht können und dass Sie dem Unternehmen keine Impulse geben werden. Widerlegen Sie falsche Behauptungen an Ort und Stelle. Auch wenn die Versuchung groß ist: Führen Sie einen Kritikaster nicht vor versammelter Manager-Mannschaft vor. Es ist seine und (noch längst) nicht die Ihre.

4. Erst warm warm werden, dann eiskalt servieren
Sie konnten nach dem ersten Gespräch den Job ziemlich klar fassen. Für die zweite Runde profilieren Sie sich noch entschiedener und unmissverständlicher als die Person, die den Job ausfüllt. Verhalten Sie sich so, als würden Sie heute mit dem Job anfangen: Sie sammeln Informationen, analysieren die Lage, lokalisieren Probleme und Schwachstellen, identifizieren Ansatzmöglichkeiten für Ihr Handeln. Stellen Sie im zweiten Gespräch erst einmal viele richtige Fragen. Klatschen Sie dem Management Ihre Lösungsvorschläge nicht wie einen Korb kalter Fisch vor die Füße. Auch wenn Sie kommen, um zu ändern: Die harten Vorschläge servieren Sie erst, wenn man Sie mit der verbindlichen Jobzusage definitiv bestellt hat.

5. Die Unternehmenssprache üben
Für jedes Unternehmen mit Auslandsverbindungen gilt: Sofern Sie nicht sowieso täglich den Arbeitstag auf Englisch verbringen, spielen Sie mögliche Gesprächsverläufe unbedingt auf Englisch durch. Komplettieren Sie Ihre Kenntnis der Fach- und Schlüsselwörter des Geschäfts.

6. Persönliche Informationen dosieren
Überlegen Sie vorher, was Sie bei der gemeinsamen Mittagsmahlzeit über sich erzählen. Ihre Gastgeber benehmen sich vielleicht wie Mitglieder des Schwadronia-Clubs, aber sie wägen jedes einzelne Ihrer Worte genau ab.

7. Auf den Bauch hören
Notieren Sie, sobald Sie wieder zu Hause sind, jeden vagen Verdacht, jedes halbbewusst aufgenommene Antipathiesignal, jedes leichte Bauchgrimmen. Sofern man die Verhandlungsphase nicht gänzlich instinktlos und unbekümmert durchläuft, wird man manches wittern, was einem im neuen Job zu schaffen macht. Karriere macht, wer Kollisionen und Konflikte im Voraus erspürt. Erfahrene Jobfinder erahnen schon in den Vorstellungsrunden, wer und was ihnen später im Job zu schaffen macht.


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Im Vorstellungsgespräch überzeugen

Personaler fragen heutzutage im Vorstellungsgespräch nicht mehr nur nach dürren, trockenen Fakten aus dem beruflichen Werdegang. Auch Persönlichkeit und Selbstdarstellung zählen. Doch immer noch geraten selbst Bewerber, mit Berufs- und Bewerbungserfahrung, ins Stottern, kommt es zur berühmt-berüchtigten Frage: „Bitte beschreiben Sie sich kurz. Was sind Ihre Stärken, was Ihre Schwächen?“ Zu diesem Klassiker aus dem Fragen-Repertoire des Vorstellungsgespräches haben sich inzwischen modernere Varianten gesellt: „Was ist Ihr größter Erfolg, was Ihr größter Misserfolg?“ oder „Was war in Ihrem Leben bisher Ihr schlimmstes Erlebnis?“ Doch egal in welchem Gewand – die Frage nach persönlichen Stärken und Schwächen geht ans Eingemachte, denn gefragt ist die Selbsteinschätzung der eigenen Person und mit ihr kommt die Angst vor der Bloßstellung – ausgerechnet beim potentiellen neuen Arbeitgeber.

Was steckt hinter der Frage nach Stärken und Schwächen?

Tatsächlich gehören Fragen dieser Art zum großen Kreis der Fragen, die den persönlichen Hintergrund des Bewerbers beleuchten. Persönliche Erlebnisse, wie sie der Personaler mit der Frage nach Erfolg und Misserfolg ganz konkret einfordert, runden das Bild des Bewerbers als qualifizierten neuen Mitarbeiter ab. Denn nicht zuletzt muss sich der Bewerber in das bestehende Team, einen Kreis von Kollegen und in das Unternehmen integrieren können. – Er muss ins Unternehmen „passen“. Dennoch solltest du Fragen zum persönlichen Hintergrund nicht als Auforderungen zur öffentlichen Beichte missverstehen. Denn neben der Frage nach weiteren Eigenschaften, die nicht unbedingt die fachliche Qualifikation betreffen, erwarten Personaler von diesen Fragen auch Aufschluss über Ihre Selbsteinschätzung, Ihr Selbstbild. Gefordert ist also ganz besonders an dieser Stelle, eine gelungene Selbstdarstellung der eigenen Person.

Stärken hervorheben – Schwächen marginalisieren

Zu einem starken Auftritt an dieser Stelle gehört vor allem eine gute Vorbereitung. Du solltest dir vorab eine kurze Liste mit den wichtigsten positiven Merkmalen Ihrer Persönlichkeit zusammenstellen. Soft Skills, wie Organisationsfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit oder analytisches Denken, dürfen auf dieser Liste keinesfalls fehlen. Denn kaum eine andere Frage im Vorstellungsgespräch gibt so viel Raum, die heute so wichtigen eigenen „weichen Fähigkeiten“, zur Geltung zu bringen. Natürlich musst du in der Lage sein, diese Stärken auch durch Erfahrungen, Erlebnisse aber auch Hobbys oder soziales Engagement belegen zu können. Jedem „Ich bin...“ sollte ein entsprechendes „weil“ folgen. Doch Eigenlob stinkt bekanntlich. Daher gehört zu jeder guten Selbstdarstellung das Eingeständnis einiger – wenn auch harmloser und unverfänglicher - Schwächen.
Auf die klassische Frage allzu klassisch zu antworten, solltest du besser vermeiden. Zu viele Bewerber haben bereits ihre zukünftigen Chefs davon zu überzeugen versucht, dass Ungeduld, weil sie alles immer am liebsten schnell zum Erfolg brächten, ihre einzige Schwäche sei. Diese klassische Schwäche erntet daher bei vielen Personalern nur noch ein müdes Gähnen. Erfolgsversprechend ist eher, sich zu überlegen, welche Schwäche, die bereits genannte Stärke nach sich zieht: Wer gerne in großen Zusammenhängen denkt, ist selten ins Detail verliebt. Große Organisationstalente, haben oft weniger Improvisationstalente als die, die mit einer gewissen Neigung zum Chaos ausgestattet sind. Nicht zuletzt bietet diese Taktik auch Rückendeckung bei der etwas spezielleren Frage: „Welche Schwächen möchten Sie weiter kultivieren?“
Doch egal, auf welche der haarigen Fragen du eine Antwort finden musst, eine Faustregel gilt immer: Zuerst solltest du Stärken und Schwächen nennen, die sich auf das berufliche Umfeld beziehen. Denn vielleicht geht der Interviewer schon zur nächsten Frage über, bevor du beginnst, allzu Privates oder gar Peinliches aus dem Nähkästchen zu plaudern.
„Erzählen Sie doch einmal etwas von sich ...“ - Für so manchen Bewerber hat sich diese Frage übrigens schon zum Stolperstein auf der Karriereleiter entpuppt. Denn viele Bewerber reagieren zutiefst verunsichert auf die ganz allgemein gehaltenen so genannten offenen Fragen der Personaler, die in keine bestimmte Richtung zu verweisen scheinen und dem Bewerber die Wahl des weiteren Gesprächsverlaufs zunächst überlassen. Dabei ist dies die ideale Möglichkeit, durch eine gute Selbstpräsentation Personaler von den eigenen Fähigkeiten und der eigenen Person zu überzeugen. Mit den richtigen Argumenten erhältst du die Chance, die Dramaturgie des Vorstellungsgesprächs zu bestimmen und letztendlich auch für sich zu entscheiden. Zu jeder guten Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch gehört es daher, einen entsprechenden Kurzvortrag zu erarbeiten, der in fünf Minuten die wichtigsten Argumente zusammenfasst, die für Sie als Bewerber sprechen.

Eine gezielte Botschaft entwickeln

Personaler stellen offene Frage aus zwei Gründen: Zum einen ermöglicht diese dem Fragesteller unter Umständen fernab des beruflichen Werdegangs etwas mehr Persönliches über das Gegenüber zu erfahren, zum anderen überprüfen Erzählfragen die kommunikativen Fähigkeiten des Bewerbers. Die Botschaft, die an dieser Stelle vermittelt wird, kann also nicht nur aus dürren beruflichen Stationen und drei knappen Sätzen bestehen. Ein harmonischer Dreiklang aus fachlicher Kompetenz, Leistungsmotivation und Persönlichkeitsmerkmalen ist gefragt. Vorab gilt es also, für sich die vier bis fünf wichtigsten persönlichen Fähigkeiten, Eigenschaften und Merkmale noch einmal zusammen zu fassen und entsprechende Argumente zu sammeln, die diese auch belegen.
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Assessment Center: Potenzial auf dem Prüfstand

Die Zeiten ändern sich bekanntermaßen: Waren Assessment Center früher nur höchsten Stellenbesetzungen vorbehalten, müssen sich heute selbst Sekretärinnen oder Verkäufer und sogar Azubi-Kandidaten dem berüchtigten Auswahlverfahren stellen. „Der Trend scheint nach einer kleinen Pause wieder ungebrochen“, weiß der Bewerbungsexperte Jürgen Hesse aus der Praxis zu berichten. „Pro Jahr setzen Firmen Assessment Center über einhunderttausend Mal bei der Rekrutierung ein“, so die Einschätzung von Hesse. Davon versprechen sich die Personalentscheider, neben der fachlichen Qualifikation auch ein umfassendes Bild über die Stärken und Schwächen der Kandidaten zu erhalten. Die Anforderungen an die Stellenbewerber sind enorm: Tests, Gruppenaufgaben wie Präsentationen oder Diskussionen und Stressinterviews reihen sich aneinander. Jeder Schritt wird beobachtet und beurteilt. Und selbst in den Pausen müssen die Kandidaten mit Observation und unangenehmen Fragen rechnen. So wurde kürzlich eine Bewerberin bei einem Erdöl-Konzern gefragt: „Sagen Sie mal, warum wollen Sie eigentlich bei einem der größten Umweltverschmutzer Karriere machen?“ Da gilt es, Ruhe bewahren und besonnen zu antworten.
Doch allen ausgelegten Fallstricken zum Trotz: „Mit einer gezielten Vorbereitung lassen sich nicht nur die Nerven schonen, sondern auch die Chancen erheblich verbessern, den harten Auswahlmarathon erfolgreich zu bestehen“ so Stefanie Streim, Assessment Center Trainerin im Frankfurter Büro für Berufsstrategie. In solchen speziellen Vorbereitungsseminaren lernen und üben die Bewerber, das eigene Verhalten in einer simulierten Testsituation direkt zu erfahren und zu optimieren.

Auswahl nach Maß

Assessment Center werden in deutschen Unternehmen schon seit den 70er Jahren durchgeführt. Für den Hamburger Assessment Center Experten Prof. Werner Sarges steht jedoch fest, dass das bei deutschen Unternehmen sehr beliebte Assessment Center sein Gesicht seit dieser Zeit verändert hat. Gründe hierfür sieht er vor allem in der rückläufigen Zahl der Einstellungen. Außerdem wird seiner Meinung nach die Kritik immer lauter, Assessment Center seien zu teuer, zu aufwändig, zu undurchsichtig und bei unprofessioneller Handhabung wenig effektiv. „Gerade in diesen schwierigen Zeiten wollen viele Unternehmen kostspielige Fehlbesetzungen vermeiden.“ Aus diesem Grund arbeiten sie inzwischen eng mit erfahrenen Personalberatern zusammen, die Inhalt, Aufbau und Durchführung von Rollenspielen und psychologischen Eignungstests möglichst exakt an die Unternehmensrealität anpassen. Die einzelnen Bausteine des Assessment Centers werden also individueller zusammengestellt, um die für die jeweilige Stelle relevanten Eigenschaften der Bewerber möglichst gut sichtbar werden zu lassen.

Aktuelle Trends

Den Hauch des Elitären hat das Assessment Center längst verloren. Leisteten sich früher nur Großunternehmen dieses Auswahlverfahren, werden Assessment Center heute auch in vielen mittelständischen und kleinen Unternehmen praktiziert. Firmen wie Siemens oder L´Oreal setzen zur Vorauswahl ihrer Bewerber sogar ein Assessment Center per Internet ein. Online-Planspiele geben bereits im Vorfeld hervorragend Aufschluss über die gewünschten Fähigkeiten des „Spielers“. Gleichzeitig verhüllen sie durch den spielerischen Faktor den gefürchteten Psychotestcharakter und sprechen gerade dadurch auch Bewerber an, die sich sonst womöglich nie beworben hätten.

Zirkeltraining für Führungskräfte

Formen des Assessment Center kommen auch in der internen Personalentwicklung verstärkt zum Einsatz, um das vorhandene Mitarbeiterpotenzial zu prüfen. Unter dem Namen „Mitarbeiter-Potenzial-Analyse“ testen Unternehmen die Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter, um künftige Aufgaben auf ihre Stärken zuzuschneiden und ihre Schwächen durch geeignete Weiterbildung zu beheben. Darüber hinaus gilt es auch als geeigneter Filter und Test bei der internen Besetzung talentierter Nachfolger von Führungspositionen. Eine der neuesten Entwicklungen ist sicher das 360-Grad-Feedback, das vor allem bei Assessment Centern für die firmeninterne Personalarbeit zum Tragen kommt. Dabei werden die Bewerber nicht nur mit den Meinungen der professionellen Beobachter, sondern auch mit der Einschätzung von Kollegen, Vorgesetzten und Kunden konfrontiert. Die unterschiedlichen Beobachtungen werden dann mit dem Selbstbild des Kandidaten abgeglichen, so dass sich ein möglichst umfassendes Bild der Stärken und Schwächen eines Bewerbers ergibt.

Die Mühe lohnt

Die meisten mögen es kaum glauben, aber auch aus Bewerbersicht bietet das Assessment Center diverse Vorteile. Denn nicht nur der Bewerber gibt Einblick in seine Persönlichkeit, auch das Unternehmen präsentiert sich. Anhand des Auswahlverfahrens kann der Bewerber Rückschlüsse auf die Unternehmenskultur ziehen, denn man will ja seine Eignung an möglichst realitätsnahen Situationen testen. Ein internes Assessment Center findet häufig auf freiwilliger und regelmäßiger Basis statt. So weiß der Mitarbeiter immer um seinen momentanen Marktwert im Unternehmen. In den meisten Fällen berät sich der Mitarbeiter mit der Personalentwicklung , wie er seine Stärken besser nutzt und seine Defizite mindert. Dadurch kann auch das Selbstbewusstsein wachsen. In Zeiten, in denen Jobs und Aufstiegschancen nicht unbedingt sicher sind, kommt einer reflektierten Selbsteinschätzung ein immenser Vorteil zu. Man kann also nur gewinnen – an Routine, Wissen und im besten Fall einen attraktiven Job.
Das Wichtigste im Überblick:

Analysiert werden die Eignungsvoraussetzung in vier Bereichen:
Wie entwickelt ist Ihr Führungs- u. Leistungsanspruch?
Was für berufliche Ziele haben Sie? Wie ist Ihre persönliche
  • Führungsmotivation
  • Gestaltungsmotivation
  • Leistungsmotivation

Wie ist Ihre Arbeitsweise?
Wie arbeiten Sie und wie gehen Sie an Ihre Aufgaben heran
unterteilt nach
  • Handlungsorientierung
  • Flexibilität
  • Gewissenhaftigkeit?

Wie Ihr Sozialverhalten?
Wie ist Ihr Umgang mit anderen? Wie gut kommen Sie mit andern klar?
unterteilt nach
  • Durchsetzungsfähigkeit
  • Teamfähigkeit
  • Kontaktfähigkeit
  • Verträglichkeit
  • Einfühlungsvermögen

Wie ist Ihre psychische Konstitution?
Wie normal, wie stabil, wie gesund sind Sie?
unterteilt nach
  • Selbstbewusstsein
  • Emotionale Stabilität
  • Belastbarkeit

Bereits im Vorfeld sollten Sie diese einzelnen Punkte gut überdenken. Wie stehen Sie dazu, wie schätzen Sie sich selbst ein und wie werden Sie von außen gesehen?Worauf legen die Beobachter ihr Augenmerk? Soziale Prozesse wie
  • Kooperationsfähigkeit
    z.B. Meinungen, Ideen, Vorschläge anderer aufgreifen und weiterführen
    sich nicht auf Kosten anderer durchsetzen
    anderen in Schwierigkeiten helfen
    Erfolgserlebnisse mit anderen teilen
    keine Druck- oder Machtmittel einsetzen
  • Kontaktfähigkeit
    z.B. von sich aus auf andere zugehen, ansprechen, be¬ginnen
    Ziele, Absichten, Methoden offen für andere darlegen
    Beratung, Unterstützung, Mithilfe anbieten
    anderen Vertrauen entgegenbringen
  • Konfliktfähigkeit
    z.B. der konstruktive, angemessene Umgang mit Meinungsverschiedenheiten und Kritik
  • Sensibilität
    z.B. das rechtzeitige Erkennen von Stimmungslagen
    das sich Einfühlen in Ihr Gegenüber und Mitschwingen können
  • Integrationsvermögen
    z.B. in der Gruppendiskussion auch den Schweiger ansprechen
    Kontrahenten zu einigen
    etwas moderieren und dadurch voranbringen
  • Selbstkontrolle
    z. B. Selbstbeherrschung bei Angriff und Ärger
  • Informationsverhalten
    z.B. mit wichtigen Hinweisen nicht hinterm Berg halten
    Offenheit

  • Außerdem werden Systematisches Denken und Handeln wie
  • abstraktes und analytisches Denken, Planungs- und Kontrollfähigkeiten, Entscheidungsfähigkeit und arbeitsorganisatorische Fähigkeiten beobachtet

  • ebenso
  • Arbeitsmotivation, Initiative, Durchsetzungsvermögen, Selbstständigkeit, Selbstvertrauen, Ausdauer und Belastbarkeit sowie Stresstoleranz
  • und besonders Ihr Ausdrucksvermögen wie
  • schriftliche und mündliche Kommunikations- und Überzeugungsfähigkeit.

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