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Einmal mehr: Generation P und der WahlkampfMarek Dutschke, Sohn des einstigen Studentenführers Rudi Dutschke, hat über die "Praktikumsrepublik" geschimpft. Das schreibt die FAZ. Marek sei nach Berlin gekommen, um Wahlkampf zu machen. Vorher hat er ein Praktikum im Europa Parlament absolviert.
Generation Praktikum im WahlkampfEinmal wieder werden Vertreter der Generation Praktikum bemüht, um die Ausbeutungsmentalität deutscher Firmen anzuprangern und die Chancen eines Praktikums schlecht zu reden. Nur wird jetzt auch politisiert. Logisch, ist ja Wahlkampfzeit.Die taz stellt Marion und Matthias, Jonas und Juliane vor, die sich mit abgeschlossenem Studium von Praktikum zu Praktikum hangeln und demnächst eventuell Stütze beziehen müssen, wenn sie weiterhin an keinen richtigen Job kommen. Dann wettert die taz zunächst, die Lebensentwürfe der Mitglieder von der Generation Praktikum würden dem Gesellschaftsentwurf der Konservativen entsprechen ("Jeder ist seines Glückes Schmid"). Weiter heißt es jedoch: "In dieser Wirklichkeit sind sie allerdings unter Rot-Grün angekommen". Ob die jetzige Regierung oder die zukünftige etwas an der Situation der hungrigen Dauerpraktikanten ändern kann, wird offen gelassen, aber eher bezweifelt. Die Unternehmen sollen erkennen, dass sie sich mit der Ausbeutung ans eigene Bein pinkeln. Denn wenn es um qualifizierten Nachwuchs geht, wird es in absehbarer Zeit Aufschreie von den Firmen geben, die Praktikanten ausbeuten. Die Politik aber kann da anscheinend nur wenig machen. Sie ist wohl nicht verantwortlich für die Ausrufung der Generation Praktikum: Schließlich bleiben drei von den vier vorgestellten Dauerpraktikanten bei ihrer Partei - nur eine Vertreterin hat vor, ihre Wahlentscheidung zu ändern. Das bestärkt wieder den Tenor des Artikels: Die Unternehmen müssen was tun, die Politik ist eher machtlos. Welche Partei als nächstes die hungrigen Praktikanten für ihren Wahlkampf entdecken, muss man abwarten - wichtig jedenfalls ist: Gegen die Ausbeutungsmentalität muss gekämpft werden. Ob allerdings der Wahlkampf eine gute Möglichkeit dafür bietet, ist fraglich. Andererseits: Kann es schaden, mit dem Kampf gegen die Praktikumsmühle Wahlkampf zu machen? So wird das Problem doch in der Öffentlichkeit bekannt und eher als Misstand aufgedeckt und bekämpft. Klar, allerdings wird dadurch auch zu sehr schwarz gemalert. Dass die Ausbeutungsmentalität problematisch ist, ist klar. Es ist aber beiweitem nicht so, dass die Mehrzahl aller Hochschulabsolventen in die Praktikumsmühle geraten. Jedes Praktikum kann auch eine Chance sein - ich würde sogar weiter gehen und sagen: Jedes qualifiziertes Praktikum zum richtigen Zeitpunkt IST eine Chance. Woran man ein solches Praktikum erkennt und wann der richtige Zeitpunkt ist, steht auf Prakti cum laude und im Praktikumsknigge.
Wahlkampf: Grüne Jugend gegen Prakti-AusbeutungStephan Schilling, Sprecher der Grünen Jugend, sagte am 02.06.05 im taz-Interview:Womit wir auch in den Wahlkampf ziehen, ist das Phänomen der "Generation Praktikum", wobei Akademiker nicht angestellt, sondern letztlich nach dem Studium ausgebeutet werden. Jetzt kann man nur hoffen, dass auch andere Politiker das Phänomen aufgreifen und bekämpfen.
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